Materialien „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ - Globales Lernen und Philosophie lernen

und Religionsunterricht





Buchhinweis







Bibliographische Angaben:

Annette Jantzen

Die ignorierten Frauen der Bibel . Was im Gottesdienst nicht gelesen wird

Verlag Herder. Freiburg 2026.

ISBN: 978-3-451-02546-4




ZUM BUCH:

Es gibt in der katholischen Kirche eine kirchliche Leseordnung mit Vorgaben der Bibeltexte für die Werktags- und Sonntagsgottesdienste. Dieses Buch wirft einen gründlichen Blick auf die Auswahl der Texte und besonders darauf, wie die Frauen, die in der Bibel vorkommen, berücksichtigt werden. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die Auswahl ganz eindeutig zu Ungunsten der Frauen ausfällt. Insgesamt kommt nur rund ein Drittel der biblischen Frauengestalten in den gottesdienstlichen Lesungen überhaupt vor. Zusätzlich werden deren Geschichten in aller Regel stark gekürzt.

Die Autorin formuliert zusammenfassend zu ihrer Arbeit so: „Im Ersten Testament kommen gut 60 Frauen mit Geschichte vor, also mit mehr als einer Namens- oder Gebärnotiz. Keine dieser Geschichte wird an den Sonntagen vollständig erzählt. ... In diesem Buch gehe ich den Geschichten der Frauen nach, die nie in der Leseordnung vorkommen ... Ich erzähle auch die Geschichten derjenigen Frauen, die nur mit einem Teil ihrer Geschichte, gefunden haben und die Geschichten, aus denen sie herausgekürzt wurden“ (S. 18)

zur Autorin

Annette Jantzen, geb. 1978, Dr. theol., studierte Katholische Theologie in Bonn, Jerusalem, Tübingen und Strasbourg. Als Theologin und Autorin beschäftigt sie sich mit biblischen Texten und Auslegungsgeschichte, mit der Überwindung patriarchaler Engführungen im Verständnis des christlichen Glaubens und mit den politisch-gesellschaftlichen Dimensionen von geschlechterfairer Gottesrede. Sie betreibt den Blog www.gotteswort-weiblich.de und ist im ganzen deutschsprachigem Raum als Referentin gefragt.




Einordnung für die Bildungsarbeit

Ein Impuls für eine ins Themenfeld „Frauen und Katholische Kirche“ aus dem Buch:

 

Frauen spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle in unserer Kirche. Bestimmend sind weiterhin die Männer, die geweihten Kleriker. .... Deshalb werden viele, ja sehr viele Frauen sich in den ignorierten Frauen der Bibel eins zu eins wiederfinden. .... Wie viele werden nach wie vor und immer neu ihrer Würde beraubt und in ihren Charismen und Begabungen nicht ernstgenommen. Alle synodalen Aufbrüche, Anstrengungen und Erfolge haben daran - Gott sei’s geklagt - kaum etwas geändert.“ (S. 10)




Martin Geisz, August 2026